Manchmal nennt man es Aufschieben.
Manchmal Ablenkung.
Manchmal „wir wollten eigentlich nur kurz etwas testen“.

Und manchmal ist es kreative Arbeit im Tarnmodus.

In vielen Projekten beginnt es ganz harmlos:
Aufgabe A steht auf dem Tisch.
Tool B wird geöffnet.
Einstellung C feinjustiert.
Dann noch ein kleiner Test.
Noch einer.
Und plötzlich weiß man sehr viel über Details, die niemand explizit beauftragt hat – während Aufgabe A immer noch geduldig wartet.

Aus genau so einem Umweg ist bei pr-ide etwas entstanden, das nicht geplant war:
ein Signature Song.

Wofür wir ihn brauchen?
Noch offen.
Wo wir ihn einsetzen?
Unklar.
Ob er „notwendig“ war?
Vermutlich nicht.

Die Reaktionen darauf waren entsprechend unterschiedlich:
Zu sexy.
Zu wenig Spaß.
Passt nicht.
Oder: genau richtig.

Auffällig ist, dass intern vor allem über solche Ergebnisse diskutiert wird.
Nicht über das Erwartbare.
Nicht über das Glatte.
Sondern über das, was sich nicht sofort einordnen lässt.

Prokrastination ist in diesem Sinne kein reines Aufschieben.
Sie kann ein Suchprozess sein.
Ein Raum, in dem noch nicht klar ist, was am Ende stehen wird – aber dass etwas entstehen muss.

Bei pr-ide entstehen manche Arbeiten nicht entlang eines Plans, sondern entlang von Reibung.
Dort, wo Meinungen auseinandergehen.
Dort, wo Konsens ausbleibt.

Konsens ist angenehm.
Haltung entsteht oft woanders.