Die große Suchmaschine mit den Legobausteinfarben im Logo sammelt Daten. Das weiß jeder und damit kann man leben.

Dafür, dass das persönliche Surfverhalten unpersonalisiert zur Verbesserung von Suchalgorithmen dient, hat man ja auch ein paar kostenlose Dienste von Google erhalten, dies fand ich vertretbar. Schließlich hat es unter anderem dazu geführt, dass  die gewünschten Anfragen direkt auf der ersten Seite der Suchergebnisse ausgegeben wurden.

Nun kündigte Google diese Woche an, die Suche noch stärker zu personalisieren, d.h. alle Dienste, die von Google gentutzt werden, einzubinden und mit einander zu verquicken,  Google+ und Youtube eingeschlossen. Dies soll dazu führen, dass man immer bessere Angebote für seine Interessen bekommt – respektive sich Werbung immer zielgruppengerechter schalten lässt 😉

Einige ausgewählte Suchanfragen des Schreiberlings dieser Woche waren: GFK Recyling, Haifischhaut, Raumthermostat, Schnappverbindung, Greywater, Media Extender, Bewertungsportal, Berichtigungsservice, SCRT, Thermocondens.

Interessant, welche Ergebnisse mir Google dann zurodnen wird und wie die Suchergebnisse aussehen??!!

Meine Meinung ist: Das, was sich der Google Algorithmus für mein Persönlichkeitsprofil ausdenkt, hat mit Ergebnisfreude so viel zu tun, wie die Interpretation des Gesichtsausdrucks eine Süd-Italieners, dem koffeinfreier Cappuccino mit fettfreier Sojamilch serviert wird. Und will ich künftig keine Angebote für gebrauchte  Atommeiler erhalten, weil ich vielleicht zufällig mal nach Details über einen strahlungssicheren Schaltschrank recherchiert, so gibt eine Lösung:

Vernünftige Suchergebnisse bekomme ich, wenn ich einen Browser verwende, der keine Kontoverknüpfungen zu Google hat, der allabendlich seine gesammelten Cookies spurenlos auffrisst und keine Werkzeugleisten mit speichernden Suchanfrageeingabefenstern aufweist.

Den Gebrauch eines zweit Browser kann ich auch jedem Empfehlen, der die Positionierung seiner Webseite immer mal wieder überprüfen wird. Wer nicht – wie oben beschrieben vorgeht -, sondern den Standardbrowser nutzt, bekommt – wegen der gespeicherten Suchanfragen – ein völlig verfälschtes Bild der “objektiven” Ergebnisse, denn die zu überprüfende Seite  rutscht bei der personalisierten Suche automatisch nach oben.

Wer am Freitagnachmittag nichts anderes mehr zu tun hat und zufällig einen netten Kollegen oder Kollegin in Rufweite sitzen hat, kann ja mal ein kleines Experiment wagen (Online Verbindung vorausgesetzt9:  Jeder gibt den gleichen, gemeinsam ausgewählten Suchbegriff ein. Wer gerade eine unkreative Phase hat: Anrufbeantworter, Pressefreiheit, Bundespräsident,  Hypothek und Rücktritt liegen gerade im Trend…

Da wir uns natürlich wie immer aus allem politischen raushalten und keine weiteren Worte auf gerade genannte Suchbegriffe verschwenden wollen, so passt der Songtip zum Wochenende (passt auch – irgendwie…) auch: