Es gibt sie – die Klassiker im Design. Wegweiser und Wegbereiter für neue Stilrichtungen, Materialanwendungen und letztlich auch Zeichen eines sich ändernden Lebensgefühles. Zum Beispiel schuf Verner Panton mit seinem „Panton“ Stuhl  Ende der Fünfziger eine Stilikone, die nebenher auch noch mutig aus bisher im Möbelbau unbekanntem Material gefertigt wurde.  Nur vier Jahre vorher hatten Hans Gugelot und Dieter Rams den SK 4 (auch als Schneewitchensarg bekannt) heraus gebracht. Die Plattenspieler Radio Kombination brach mit der Simplizität der Gestaltung in den Markt des Gelsenkirchener Barockismus ein, der Anfang der 50er gerade wieder eine Renaissance erlebte.

Zur gleichen Zeit fing der Individualverkehr an zu boomen, Fahrzeuge wie der Fiat 500, der Käfer und auch der Mini eroberten die Herzen der solventer werdenden Käuferschichten.

Zu dieser Zeit kam kein Designer auf die Idee, sich Anleihen an Vergangenem zu holen. Dieser Trend kam erst in den letzten Jahren auf. Da klingeln Smartphones wie Bakelit-Telefone aus der Graham Bell Zeit. Lange als spießig verschriene Blumenvasen finden sich nun wieder an gekäferten Golfwagen. Hubraum ist nur noch die Hälfte wert – warum sonst heißt ein Fiat cinquecento – hat er doch nun 1200 cm³?

Besonders schlimm hat es den ehemals innovativen Frontriebler aus dem Inselreich erwischt. Unter Britisch Bayowarischer Gemeinschafts-Diät ist er ebenso aus der Form geraten wie der dauerhafte Genuss von Guiness und Leberkäse vermuten lässt.

Der schreibende Designer wünscht sich etwas mehr Mut und Innovationsbereitschaft – etwas mehr Volution im Re-Design 😉