Achja – im Hotel…

Achja – im Hotel…

Es gibst sie noch oder schon wieder, die überraschenden Konzepte, auch in der Hotelarchitektur. Gerade ist der Designer in so ein verblüffendes Konzept gestolpert. An der Ostsee hat neben einem Hotelkomplex aus Zeiten der DDR ein zweites Exemplar eröffnet.

Das Neue beeindruckt durch eine seltsame Begrüßungsansprache „woher haben Sie den unglaublichen Teint und das zu dieser Jahreszeit, sieht so aus als seien Sie in der Karibik gewesen, ach so?? Nun denn, persönlich sollte es sein, war es auch, aber irgendwie auch ungewöhnlich.

Seeblick?

Nur Fenster Attrappen!

Eigen auch die völlig demokratische Behandlung der Thematik „Seeblick“. Dieser wurde gemäß dieser architektonischen Interpretation bisher völlig überbewertet. Die der See und dem Strand zugewandte Seite verfügt nur über bunte Bilder, die in die Andeutung einer Fensterumrahmung eingesetzt wurden. Lediglich in den Fluren kann man Frontal auf Sand und Wellen blicken.

Blickachsen der neueren Dimension auch in dem Zimmer, zentraler Punkt: das Kingsize Bett – gefühlter Blick auf Mehr...95“ Monitor am Fußende dominiert hier. Der Fernseher ist dafür von anderen Stellen im Raum ähnlich gut sichtbar wie die Ostsee. Kopf etwas verdreht, mentaler Perspektivenausgleich – schon geht’s.
Völlig ungestört hingegen die Blickachse Toilette, Bett, Sitzecke.

Hier kann sich direkt auf allen Kanälen akustisch, visuell und olfaktorisch ausgetauscht werden.

Für Manchen sicher etwas gewöhnungsbedürftig.

Leider passt die Architekturschrankwand, das Auto, nicht so ganz in das hoteleigene Parkhaus, war auch sowieso nicht hoteleigen, was sich herausstellte, als das Auto nicht ins Parkhaus passte.

Man könne sich aber auch gern woanders einen Parkplatz suchen. Nur wo? Den Ortsfremden wurde da nicht gern weiter geholfen. Letztlich durfte das Auto vor dem Hotel stehen bleiben und die darauf folgenden Strafzettel ignorierten wir einfach.

Unübersichtlich aus Gastes Sicht allerdings das Karten-System des Hauses. Plastikkarten sind jedenfalls Restaurantsehr, sehr wichtig und spielen in allen Situationen eine wesentliche Rolle: fürs Parkhaus (wurde aber gleich wieder eingesammelt), fürs Restaurant gleich 2 Karten, die aber auch wieder eingesammelt wurden, weil wir ja eh nur schauen wollten, wie das Restaurant aussieht.

Kein „guten Morgen“, sondern „Ihre Zimmer Karte (Blick dem Computer zugewandt)!!“ Und natürlich die Zimmerkarte. In dem Haus ist ja schließlich alles bargeldlos zu buchbar (die „Up´s).

Verwirrend auch das Service Konzept. Vor dem Gang ins Zimmer noch ein Bier an der Hausbar. Auf die Frage ob hier Selbstbedienung wäre wurde mit Nein geantwortet, ebenso ob dann jemand an den Tisch käme. Bejaht hingegen die Frage ob die Getränke am Tresen geordert und mitgenommen werden müssten. Das ist ein so neues Konzept – da gibt es noch keinen Namen dafür.

Brutstelle neue Lebensformen

Brutstelle neue Lebensformen? Oder nur der Badentlüfter??

Bei der Toilettenspülung war ich mir dann nicht ganz klar, ob es sich um einen simplen defekt oder um ein neues Bedienkonzept handelte. Wegen der ungewohnten Brutstelle für neue Lebensformen im Sanitätsbereich wurde dann bei Abreise doch darauf hingewiesen.

Schade, wir hätten gern vor Ort über unsere Erlebnisse berichtet. Das wäre heute so einfach: Mobiles Endgerät, bewerten, fertig.

By | 2016-10-16T15:49:30+00:00 März 17th, 2015|Designfehler, Die Welt erklärt!, Neues aus der Buchstabenfabrik., tourismus, tourismus-pr|Kommentare deaktiviert für Achja – im Hotel…

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Philipp Sack
CEO und Kreativkopf bei pr-ide. Kreuz und querdenkend, gerne segelnd. Immer auf der Suche nach innovativen Lösungen - manchmal schon bevor das Problem erkannt wurde.

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